intelligent Leben

Die Welt verändert sich in bisher unbekanntem Tempo

Von Michael Gneuss · 2014

Die zunehmende Digitalisierung avanciert zur Revolution des 21. Jahrhunderts. Alles wird intelligenter und vernetzt – im privaten sowie im beruflichen Alltag. Das bringt uns Vorteile in Form eines höheren Komforts und der Möglichkeit zu einer nachhaltigeren und flexibleren Lebensweise. Doch wir müssen erst noch lernen, die neuen Chancen zu nutzen und mit ihnen richtig umzugehen.

In einer rundum vernetzten Welt entstehen für Firmen und Verbraucher zahlreiche neue Chancen.

Das Mobiltelefon muss mit – auch zum Joggen. Aber nicht nur, um für Kollegen, Verwandte oder Freunde erreichbar zu sein, sondern auch damit der Sensor in den Laufschuhen einen Empfänger für die ermittelten Daten hat. Denn die Dienste der digitalen Welt messen und analysieren Laufgeschwindigkeit, Entfernung oder Kalorienverbrauch. Auf Onlineplattformen können wir jederzeit einen Überblick über unsere Leistungen finden oder die Trainingsbilanz mit anderen teilen. Das Beispiel zeigt, was das Smartphone zu leisten imstande ist. Für viele macht es das Laufen in kleinen Pausen erst möglich. Denn abgeschnitten von den Prozessen seiner Arbeitswelt ist niemand mehr – weder im Park, noch daheim bei der Familie und egal in welcher Stadt er sich befindet. Bereits heute sind Digitalisierung und Vernetzung in vielen Bereichen alltäglich und prägen unseren Lifestyle. Der Trend wird sich fortsetzen. Das betrifft unser privates, ebenso wie unser Berufsleben. Wir halten Kontakt zu Freunden in sozialen Netzwerken und mit Kollegen in Intranets. Wir tauschen Fotos auf Online-Plattformen und Präsentationen mit Collaboration-Tools. Wir kaufen in E-Shops und verkaufen auf virtuellen Marktplätzen. Wir chatten mit unseren Kindern und verhandeln per Videokonferenz mit unseren Kunden.

Begeisterung trifft auf Skepsis

Unser Leben wird schneller, effizienter, flexibler. Doch was die einen begeistert, ist für die anderen der Horror. Müssen wir immer erreichbar sein? Ist das wirklich noch Familienleben, wenn jederzeit ein unzufriedener Kunde oder der Chef mit neuen Aufgaben die Idylle zerstören kann? Haben Kontakte über das Netz die gleiche Qualität wie persönliche Momente in Wohnzimmern, Cafés oder Konferenzräumen? Vielen ist die neue Lebenswirklichkeit suspekt. Nicht ganz zu unrecht. Neue Kommunikationsformen müssen erst erlernt werden. Wir müssen dem neuen Tempo der digitalen Welt mit Coolness begegnen können. Und wir haben mit neuen Freiheiten umzugehen und uns in einer ungewohnten Verschränkung privater und beruflicher Aktivitäten zurechtzufinden. Aber was ist die Alternative? War es besser, an festen Arbeitszeiten am gleichen Schreibtisch gefesselt zu sein? Ist nicht die Bereitschaft mit modernen Medien von überall aus zu kommunizieren, ein vergleichsweise geringer Preis für neu gewonnene räumliche Freiheiten? Jeder muss das für sich selbst entscheiden – Arbeitnehmer wie auch Arbeitgeber. Letztere können sich ihrer Verantwortung dabei natürlich nicht entziehen. Die ständige Erreichbarkeit darf nicht zum Burn-out führen. Gesundheit und Work-Life-Balance sind Themen, in die viele Unternehmen im Zuge der veränderten Arbeitsbedingungen immer mehr investieren.

Quelle: ibi research / Internet World Messe 2013: Digitalisierung der Gesellschaft (www.ibi.de), 2013

Das Smart Home bietet hohen Komfort

Grundsätzlich kann die Digitalisierung unser Lebern erleichtern. Schon deshalb, weil nun auch Dinge untereinander kommunizieren und damit Abläufe umfangreicher als bisher automatisiert werden können. Bestes Beispiel dafür ist das Smart Home: Ob Kühlschrank oder Fernseher, Heizung oder Jalousie, in einem intelligenten Haus regeln Geräte selbstständig was wir bislang selbst machen mussten. Und außerdem können wir sie mit dem Smartphone auch aus der Ferne steuern. In erster Linie bringen diese smarten Entwicklungen eines mit sich: Komfort. Die Kaffeemaschine wartet mit frisch gebrühtem Kaffee auf uns, wenn wir aufstehen. Auf dem Nachhauseweg lässt sich die Heizung bereits per Fingertipp auf Wohlfühl-Temperatur einstellen. Bei Betreten des Hauses schaltet sich das Licht automatisch ein und sobald der Fernseher läuft dimmt sich die Beleuchtung von selbst. Kein Zweifel: Ein intelligentes Heim spart Handgriffe und beschert so manch eine Annehmlichkeit.

Technik, die Energie spart

Wer glaubt, dass alles sind nur Spielereien für Technikfreaks, der irrt. Schließlich bringt die Vernetzung von Gegenständen Vorteile mit sich, auf die wir im Rahmen der Erneuerung unserer Energieversorgung nicht verzichten können. Denn smarte Technologien helfen dabei, den Energieverbrauch zu drosseln. So kann eine intelligente Heizungssteuerung dafür sorgen, dass sich die Heizkörper beim Verlassen des Hauses in einen Ruhemodus begibt, bis ihr ein Bewohner per Handy seine Rückkehr ankündigt. Ist irgendwo ein Fenster geöffnet, drosselt sie sich automatisch. Alle unnötigen Stromverbraucher im Haus lassen sich mit einem einzigen Knopfdruck vom Netz trennen. Im Laufe des Tages schalten sich intelligente Haushaltsgeräte wie Geschirrspüler und Waschmaschine dann an, wenn sie den Strombedarf am günstigsten stillen können. Die smarten Energietechnologien, die im intelligenten Haus zum Einsatz kommen, machen unser Leben nachhaltiger. Sie fördern eine neue Ressourcen schonendere Lebensweise. Die drängenden Probleme unserer Zeit, wie der Klimawandel und die Umweltzerstörung, machen ein verändertes Verhalten auch nötig.

Flexibler Arbeiten

Und auch im Berufsleben agieren wir nachhaltiger, weil wir mit neuen Kommunikationstechnologien neue Möglichkeiten haben. So müssen wir nicht immer gleich in ferne Länder fliegen, wenn ein Meeting auch per Videokonferenz zu erledigen ist. Digital vernetzte Arbeit muss nicht an räumlich fixierten Arbeitsplätzen erbracht werden. Es ist nicht mehr zwingend zu festen und standardisierten Zeiten zu leisten und erfordert nicht in allen Fällen zeitgleiche physische Anwesenheit der Teams. Neben der Nachhaltigkeit spielt die Sicherheit bei der Digitalisierung eine Rolle. In doppelter Hinsicht. Sie macht unser Leben sicherer, weil moderne Technologien unsere Häuser schützen, die Medizin unterstützen und den Verkehr lenken. Ältere und hilfsbedürftige Menschen werden überwacht und Verletzte gefunden.

Die Sicherheit wird wichtiger

Doch im digitalen Zeitalter haben wir auch die Sicherheit und den Schutz von Daten im Auge – gerade in Deutschland. Nirgendwo ist das Bedürfnis nach informationeller Selbstbestimmung und digitaler Privatheit so groß wie hierzulande. Das ist eine Chance. Wenn deutsche Unternehmen Lösungen entwickeln, die den hohen inländischen Anforderungen an Datenschutz gewachsen sind, dann haben wir auch Angebote für Märkte im Ausland, wenn auch dort das Bewusstsein für „Privacy“ steigt. Getragen wird die neue digitale Welt bald von einer neuen Generation. Nach der Generation X kommt die Generation Y zum Zug. Es sind Arbeitnehmer und Jungunternehmen, die im Jahr 2000 zu den Teenagern zählten und damit heute um die dreißig Jahre alt sind. Gut ausgebildet und weltgewandt sind sie mit Multimedia und Internet aufgewachsen. Sie fühlen sich in der digitalisierten Welt zuhause. Und sie prägen zunehmend die Unternehmen, in denen sie tätig sind: Denn Firmen, deren Arbeitnehmer privat über soziale Netzwerken kommunizieren, können es sich kaum leisten, sich diesen Medien zu verweigern.