Enterprise-Resource-Planning

Entscheidungen mit Übersicht

Von Jörg Klingele · 2014

Mit Softwaresystemen wie ERP für ihre Ist- und Sollplanung verschaffen sich Unternehmen einen schnellen Überblick über alle Geschäftsprozesse. So werden Herstellungs- und Vertriebsabläufe optimiert und flexibler auf Veränderungen im Markt eingestellt. Auch für nachhaltiges Produzieren sind derartige Systeme ein unverzichtbares Werkzeug.

Gut geplant ist halb gewonnen. Das gilt auch für Unternehmen – und zwar umso mehr, je größer ein Unternehmen ist. Behilflich beim Planen sind Enterprise-Resource-Planning-Systeme, kurz: erp-Systeme. Derartige Software-Systeme bilden sämtliche Geschäftsprozesse eines Unternehmens ab.

Je nach Branche und Größe eines Unternehmens enthält ein Enterprise-Resource-Planning-System Module unter anderem für die Bereiche Materialwirtschaft, Produktion, Vertrieb, Entwicklung, Personalwirtschaft sowie Finanz- und Rechnungswesen. Die Informationen aus all diesen Bereichen speichert das System in einer gemeinsamen Datenbank. Ein solch umfassender und jederzeit aktueller Datenbestand erlaubt es den Mitarbeitern des Unternehmens, schneller fundierte Entscheidungen zu treffen, erleichtert das Optimieren von Geschäftsprozessen und ermöglicht es, flexibler auf Änderungen der Marktsituation zu reagieren.

Industrie 4.0 sorgt für Aufwind

Ein entscheidender Trend in der Enterprise-Resource-Planning-Landschaft sind die intelligenten Fabriken der Industrie 4.0, die der ERP-Software mehr und aktuellere Informationen über die Produktionsabläufe zur Verfügung stellen. Auf immer größeres Interesse bei Unternehmen treffen in letzter Zeit Cloud-basierende Enterprise-Resource-Planning-Lösungen, also ERP-Funktionen, die Anbieter den Betrieben über das Internet bereitstellen. In den nächsten Jahren werden jedoch erst einmal in verstärktem Maße Hybridlösungen aus Cloud-Diensten und traditioneller ERP-Software zum Einsatz kommen. Andy Kyte, Vice-President des Marktforschungsunternehmens Gartner, bezeichnet diese Mischlösungen als „postmoderne ERP“, die die Vorteile von „niedrigeren Kosten, besser angepassten Funktionen und höherer Prozessflexibilität“ bietet.

Nachhaltig durch bessere Planung

Enterprise-Resource-Planning ist zudem eines der wichtigsten Werkzeuge bei den Bemühungen um nachhaltiges Produzieren. Denn moderne ERP-Software verwaltet nicht nur klassische Kennzahlen über die Produktionsabläufe, sondern auch umweltbezogene Werte wie Schadstoffemissionen und Wasserverbrauch. Das ermöglicht es, die Auswirkungen von geplanten Optimierungsmaßnahmen auf die Ökobilanz nachzuvollziehen. Da die ERP-Software im Idealfall alle wichtigen Daten in Echtzeit bereitstellt, ist es den Unternehmen möglich, auf Schwankungen (bei Lieferanten, bei der Kundennachfrage oder auch im Betrieb selbst) schneller zu reagieren. Und dies wiederum erlaubt es, statt der relativ verschwenderischen gepufferten Produktionsweise (geprägt durch Lagerbestände) die schlanke Variante („lean manufacturing“) zu verwenden. Nicht zuletzt erleichtert es ERP-Software den Unternehmen, gesetzliche Vorgaben bezüglich der Umweltverträglichkeit einzuhalten – und dies auch gegenüber den Behörden, Investoren, Medien und Verbrauchern zu dokumentieren.