Forschung und Entwicklung

Gemeinsam stark

Von Alexandra Grossmann · 2017

Wenn Wirtschaft und Wissenschaft eng zusammenarbeiten, entstehen neben international konkurrenzfähigen Innovationen auch dynamische Wirtschaftsräume, wo alle Beteiligten sich gegenseitig befruchten und von einander profitieren. In Deutschland, Österreich und der Schweiz sind Cluster bislang sehr erfolgreich.

Cluster können entscheidend zur langfristigen Entwicklung eines Standorts beitragen. Gemeint sind der Zusammenschluss von Forschung und Wirtschaft, von wissenschaftlichen Zentren, Universitäten und Unternehmen, die in einem gemeinsamen Tätigkeitsfeld agieren. Die Partner arbeiten räumlich und inhaltlich zusammen. Sie nutzen ihr jeweiliges Wissen und bilden eine Expertise, die sie dazu befähigt, große und innovative Ideen gemeinsam umzusetzen. Wenn Wissenschaft und Praxis Hand in Hand arbeiten, beschleunigt sich die Technologieentwicklung und es entstehen konkurrenzfähige Produkte, die international bestehen. Hinzu bieten Cluster beste Voraussetzung für Neuansiedlung von Firmen und der Nachwuchsförderung.

Clustermanagement und Clusterstrategien

Die Bundesregierung fördert den Wissenstransfer zwischen Wissenschaft und Wirtschaft im Rahmen ihrer der Hightech-Strategie. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) und das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) setzen diese Strategie um, indem sie die Akteure beim Aufbau von Clusterstrukturen an ihren Standorten, beim Clustermanagement sowie bei der Umsetzung wettbewerbsfähiger Clusterstrategien unterstützen. Die Gewinner der drei Clusterwettbewerbe konnten so die wichtigsten Partner in ihren Regionen zusammenführen mit dem Ziel, sich international als Spitzencluster zu etablieren.

Begehrte Standorte für Spitzencluster

Die Bemühungen seitens der Regierung fruchten: Heute gibt es in Deutschland rund 1.000 öffentlich finanzierte Forschungseinrichtungen, dazu kommen zahlreiche von Unternehmen betriebene Forschungs- und Entwicklungszentren. Bei multinationalen Unternehmen gehört Deutschland zu den attraktivsten Ländern für Forschungsinvestitionen.

Österreich und die Schweiz sind ebenfalls begehrte Standorte für Spitzencluster aus Forschung und Wirtschaft. Zwar hat sich die Eidgenossenschaft gegen eine einheitliche Clusterpolitik entschieden. Die wissenschaftlichen Institutionen und Kantone haben sich jedoch selbst nach funktionalen Zusammenhängen ausgerichtet und arbeiten teils grenzüberschreitend sehr erfolgreich. Ein Beispiel ist das Life-Science-Cluster Nordwestschweiz mit dem Zentrum Basel und den Konzernen Novartis und Roche. 

60 Cluster und 800.000 Beschäftigte

In der Region Bodensee arbeiten das Schweizer Cluster Micronarc das Deutsche Spitzencluster MicroTEC Südwest eng zusammen. Global Player wie Bosch und Zeiss sind ebenso vertreten wie kleine und mittelständische Unternehmen, auf Forschungsseite ist das Institut für Mikrosystemtechnik (IMTEK) der Universität Freiburg beteiligt. Es ist die größte universitäre Einrichtung in Europa auf diesem Gebiet. 

In Österreich wiederum gibt es Förderprogramme sowohl auf Bundes- wie auf Länderebene. Die Cluster werden seit 2008 auf einer Seite des Bundesministeriums für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft erfasst. In Zahlen: 60 Cluster und Netzwerke, mehr als 7.000 Akteure aus der Wirtschaft, über 800.000 Beschäftigte.

Quelle: EY, 2016