Personalgewinnung

Generation Y stellt hohe Ansprüche

Von Inken Schönauer · 2014

2000 noch Teenies, heute gut ausgebildet, weltgewandt und voll vernetzt. Die „Gen Y“ ist unter Personalern sehr begehrt. Wer sich als Arbeitgeber attraktiv halten will, muss immer kreativer werden und IT-gestützte Wege der Rekrutierung beschreiten. Viele Firmen haben noch einiges Potenzial zu heben.

Die Klemmmappe, in der fein säuberlich ein Lebenslauf mit Foto, Zeugnissen und Arbeitsproben auf Papier einsortiert werden, wird es vielleicht schon bald nicht mehr geben. Was früher die klassische Bewerbungsmappe war, ist heute das pdf, in dem elektronisch alles das abgelegt ist, was für einen guten ersten Eindruck beim Personalchef sorgen soll. So mancher Personaler mag den alten Papierzeiten hinterher trauern, aber im Kampf um Fachkräfte müssen die Unternehmen mit der Zeit gehen.

Kreativität ist gefragt

„Begrenzte Kapazitäten und knappe Recruiting-Budgets verlangen innovative und trotzdem kostengünstige Ideen in der Bewerberansprache“, heißt es in einer Studie der Beratungsgesellschaft Ernst & Young. Das gelte vor allem für mittelständische Unternehmen. Während Großkonzerne besonders viel Aufwand betreiben, sogenannte „High Potentials“ zu finden, befänden sich viele kleine Unternehmen im Wettbewerb um gut ausgebildete Fachkräfte. Gerade sie müssten IT-gestützte Wege im Personalwesen beschreiten. Nach der Generation X ist nun die Generation Y am Zug. Es ist die Generation, die im Jahr 2000 noch zu den Teenagern zählte und damit heute um die dreißig Jahre alt ist. Sie ist mit dem Internet und sozialen Netzwerken praktisch aufgewachsen. Gut ausgebildet, Praktika-erfahren, weltgewandt – denn Auslandsaufenthalte sind für sie fast schon eine Selbstverständlichkeit geworden. Sie sei „kämpferisch, konsumorientiert, repräsentabel und busy“, sagt der Berliner Sozialforscher Klaus Hurrelmann. Das Problem der Generationen davor sei es gewesen, Grenzen zu haben, die Generation Y leide mitunter eher unter Grenzenlosigkeit.

Geld ist nicht alles

Das stellt natürlich auch Unternehmen vor neue Herausforderungen. Nicht nur in dem, wie Unternehmen ihr Personal heute finden, sondern auch in den Anforderungen, die Berufstätige heute an ihren Job stellen. Da mag Geld noch immer ein Kriterium sein, Spaß und Selbstverwirklichung gehören dabei ebenso dazu, wie die Balance zwischen Arbeit und Privatleben. Zudem müssen Unternehmen selbst mit der Zeit gehen. Wessen zukünftige Arbeitnehmer bei Facebook, Xing und Linked In vernetzt sind, kann es sich kaum leisten, selbst dort nicht präsent zu sein. Mittlerweile gibt es auch einige Software auf dem Markt, die Unternehmen bei Ihrer Bewerbersuche unterstützt. Mit einigen Programmen lassen sich sogar Social-Media-Profile untersuchen. Das sollte allen Bewerber im Kopf haben, raten Experten. Dabei lässt sich für die Firmen noch einiges Potenzial heben: Der Ernst & Young-Studie zufolge kooperieren sie noch zu wenig mit Universitäten, Firmennetzwerken oder öffentlichen Einrichtungen.