Verantwortungsvolles Wirtschaften

Gutes kommt an

Von Jan Simon · 2015

Seien es Aktivitäten in sozialen Einrichtungen, flexible Arbeitszeiten oder energieeffiziente Abläufe in der Produktion – verantwortungsvolles Wirtschaften und nachhaltige Unternehmensführung haben in der Praxis viele Facetten. Wer sich hier engagiert, wird durch Loyalität, Markenbindung und Erfolg belohnt.

Das freiwillige Engagement von Firmen, sich umweltfreundlich und sozial aufzustellen, ist international als Corporate Social Responsibility (CSR) bekannt und bedeutet wörtlich übersetzt die soziale unternehmerische Verantwortung. CSR ist jedoch viel mehr als das: darunter fallen Arbeitsbedingungen genauso wie Umwelt- und Verbraucherschutz oder der Blick auf Kinderarbeit in der Zuliefererkette. Der von der Bundesregierung berufene Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) hat 2014 den Nachhaltigkeitskodex aktualisiert, mit dem Ziel, „den Nachhaltigkeitsgedanken insgesamt voranzubringen und die Nachhaltigkeitsleistungen von Unternehmen transparent und vergleichbar zu machen“, wie es heißt. Nachhaltiges und verantwortungsvolles Wirtschaften sind freiwillig - und lohnen sich. Denn innovative Weiterbildungsmodelle oder flexible Arbeitszeiten, der Schutz von Klima und Ressourcen oder Energieeffizienz bedeuten weit mehr als Imagegewinn oder Bindung der Mitarbeiter: sie rechnen sich auf lange Sicht. Da CSR-Maßnahmen aber freiwillig sind, setzt jedes Unternehmen bei der Umsetzung eigene Schwerpunkte.

CSR im Mittelstand

Gerade für kleine und mittlere Unternehmen sind Gemeinwesen, Aktivitäten in der Region oder soziale Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern häufig selbstverständlich. Allerdings stoßen auch gerade sie oft an ihre Grenzen, weil sie nicht wissen, welche Maßnahmen sie einsetzen können, um beispielsweise die Enegieeffizienz zu steigern oder den Umweltschutz zu verbessern. Häufig haben sie Schwierigkeiten, sich aus eigener Kraft systematisch mit CSR zu beschäftigen und die nötigen Schritte zu definieren. Hier bieten unter anderem die Industrie- und Handelskammern oder auch regionale Netzwerke Hilfe. Die Auseinandersetzung mit verantwortungsvoller Unternehmensführung ist nicht nur für die einzelne Firma, sondern für die gesamte Gesellschaft wichtig: Der Mittelstand ist in Deutschland mit 3,6 Millionen kleinen und mittleren Unternehmen und 15 Millionen Beschäftigten das Rückrat der Wirtschaft. Mehr als 99 Prozent aller Firmen erwirtschaften rund 40 Prozent aller Umsätze – ein enormes Potenzial, das teilweise kaum ausgeschöpft ist. Dabei schafft ökologisch und sozial sinnvolles Wirtschaften einen gemeinsamen Mehrwert sowohl für die Gesellschaft als auch für das Unternehmen – nicht zuletzt, weil Kunden, Mitarbeiter und Geschäftspartner nachhaltige Aktivitäten positiv wahrnehmen und entsprechend agierende Firmen anderen gegenüber bevorzugen.

Stein auf Stein

Die Vorteile sind dabei vielfältig: So wachsen Unternehmen mit ihrer Umgebung besser zusammen, wenn sie mit Organisationen oder Vereinen in ihrem Umfeld zusammenarbeiten oder ehrenamtliches Engagement fördern. Die Außenwahrnehmung verbessert sich, wenn eine Firma Mitarbeiter einstellt, die auf dem Arbeitsmarkt benachteiligt sind, etwa ältere oder ausländische Menschen oder solche mit einer Behinderung. Gleiches gilt für Innovationen, die der Umwelt zugute kommen oder nachhaltig dem Klimawandel entgegenwirken - ein Unternehmen, das sich auf diese Weise ausrichtet, sichert sich damit seine gesellschaftliche Akzeptanz und wird von anderen als vertrauenswürdig angesehen. Vertrauen wiederum schafft Markenbindung. Wie ein Stein auf dem anderen wirkt sich dies wiederum auf die Firma selbst aus: Motivation und Loyalität der Mitarbeiter steigen, auch für kompetenten Neuzugang wird das Unternehmen attraktiv. Die Sicherheit steigt, denn mit der Reputation, dem Erfolg und Kenntnis des Marktes eröffnen sich neue Perspektiven für Innovationen - diese wiederum sichern die Zukunftsfähigkeit und eine starke Position im Wettbewerb mit der Konkurrenz.