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Gastbeitrag

Industrie 4.0 braucht eine robuste ITK-Infrastruktur

Von Bitkom - Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. · 2014

Prof. Dieter Kempf ist Präsident des Hightech-Verbands BITKOM. BITKOM vertritt mehr als 2.100 Unternehmen, insbesondere Anbieter von Software und IT-Services, Telekommunikations- und Internetdiensten, Hersteller von Hardware und Consumer Electronics sowie Unternehmen der digitalen Medien und der Netzwirtschaft.

Vor wenigen Wochen ging die weltweit führende Industrie-Messe in Hannover zu Ende, und sie stand ganz im Zeichen von „Industrie 4.0“. Es wurde deutlich: Die intelligente Vernetzung von Entwicklung, Produktion, Logistik und Service wird Deutschland verändern. Die entsprechenden volkswirtschaftlichen Potenziale zeigt eine Studie von BITKOM und dem Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation. Bis 2025 sind Produktivitätssteigerungen von über 250 Milliarden Euro möglich. Besonders stark können der Maschinen- und Anlagenbau, die Elektrotechnik und die chemische Industrie profitieren. Um dieses riesige Potenzial der vierten industriellen Revolution heben zu können, müssen jedoch die Voraussetzungen stimmen. Dazu gehören Standards auf der Technologie- und Anwendungsseite, Regeln zur Kommunikation, zum Datenschutz und zur Datensicherheit sowie ein Umdenken bei der Rekrutierung und Ausbildung zukünftiger Fachkräfte in Richtung Interdisziplinarität. Vor allem aber braucht Industrie 4.0 flächendeckend hoch verfügbare, robuste kabelgebundene und funkgestützte Kommunikationsnetze.

Denn die Basis für die intelligente Vernetzung der bislang passiven Objekte bilden Embedded Systems, also Sensoren, Mikrocontroller sowie Software zusammen mit Kommunikationssystemen. Die entsprechend mit Intelligenz versorgten Geräte und Objekte können jederzeit selbständig Daten über ihren Zustand sowie ihre Umgebung erfassen. Sie interagieren mit Maschinen, Menschen, ITK-Systemen und anderen Objekten über definierte Protokolle und vernetzen sich zu einem cyber-physischen System. Es entsteht ein interaktives Netzwerk aus intelligenten Maschinen und Objekten. Diese koordinieren untereinander Aufträge und Termine, um so die Durchlaufzeit und Qualität der Produkte sowie die Auslastung der Maschinen zu optimieren. Die anfallenden großen Datenmengen werden in der Cloud gespeichert, verarbeitet und ausgetauscht. Nur so kann man jederzeit und möglichst in Echtzeit ein digitales Abbild der Fabrik über Standorte und Unternehmensgrenzen hinweg erhalten. Entsprechend wichtig werden Sicherheitsaspekte. Die Daten von Mitarbeitern, Herstellungsprozessen und Produkten müssen geschützt werden. Prozesse dürfen durch ihre Verlagerung ins Internet nicht unsicher werden. Durch Anonymisierung, Pseudonymisierung, Privacy by Design und organisatorische Maßnahmen können wir den Datenschutz und die Datensicherheit auf ein extrem hohes Niveau bringen. Dann kann Industrie 4.0 ihr volles Potenzial entfalten.

Kontakt

Bitkom - Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V.
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Web: www.bitkom.org