Logistik

Speditionsbranche auf Grün-Kurs

Von Andreas Taler · 2014

„Öko“, „Bio“ oder „CO2-frei“ sind Begriffe, die inzwischen nahezu Gütesiegel darstellen. Für Unternehmen lohnt es sich, in umweltfreundliche Prozesse zu investieren. Doch nicht nur der gezielte Klimaschutz, auch die steigenden Energiekosten treiben neue Denkansätze in den Unternehmen voran.

Allein durch die Logistik werden heute weltweit mehr als 5,5 Prozent der Treibhausgasemissionen verursacht. Dementsprechend kann die Branche einen wertvollen Beitrag zur Erreichung der Klimaschutzziele in Deutschland leisten. Doch gezielter Klimaschutz ist nur ein Argument, wenn es um „Grünausrichtung“ und Energieeinsparung in den Unternehmen geht. Ein anderes sind die Kosten. „Nicht zuletzt aufgrund hoher und immer weiter steigender Energiekosten ist gerade eine nachhaltige Logistik in den Firmen schon lange ein Top-Thema“, sagt Jens von Coburg, selbständiger Unternehmensberater in Berlin. Detlef Spee, Abteilungsleiter für Materialfluss und -projektierung des Fraunhofer iml in Dortmund, pflichtet ihm bei: „Mit Green Logistics-Ansätzen lässt sich der Energieverbrauch um bis zu 35 Prozent senken.“

Energieverbrauch ist stark absenkbar

Allerdings ist es noch immer so, dass bei „grüner Logistik“ zumeist Fuhrparks und fuhrparknahe Dienstleistungen im Fokus stehen. Tatsächlich haben in den zurückliegenden Jahren vor allem Fernverkehrsanbieter den Wechsel zu emissions- und verbrauchsärmeren Fahrzeugen vollzogen. Gründe dafür waren vor allem steigende Kosten im Treibstoff- und im steuerlichen Bereich. Entscheidende Einsparmöglichkeiten für die Logistikbranche gibt es aber auch in der Lagerwirtschaft. „Dabei muss der Weg hin zu einer umweltschonenden Logistik nicht immer mit teuren Investitionen verbunden sein“, erklärt Spee. Häufig reichen einfache Maßnahmen aus, um einen Großteil der Kosten einzusparen. So lassen sich durch den Einbau von schnell schließenden Roll­toren in Lagern bereits erhebliche Einsparungen im Bereich der Heiz- oder Kühlkosten erreichen. Auch durch die Optimierung des innerbetrieblichen Warentransports können die Durchlaufzeiten verringert und damit Kosten eingespart werden.

Mehr CO2-Effizienz möglich

Nach einer Studie der Deutsche Post AG ist prinzipiell noch eine wesentliche Verbesserung der CO2-Effizienz möglich. Das gilt für Beschaffungs- und Produktionsstrategien ebenso wie in der Distribution von Waren. „Die Optimierung der Netzwerkstrukturen, die Nutzung der geeignetsten Transportmittel und das effiziente Management von Frachtkapazität und Transportrouten können sehr effektive Instrumente für eine Reduzierung von CO2-Emissionen und Kosten sein“, heißt es darin. Zudem könne die Umsetzung eines umfassenden Pakets von Stadtlogistik-Lösungen zu einer Minderung der CO2-Emissionen und einer Verbesserung der Lebensqualität in den Städten beitragen.