Während der Reise

Stress, lass nach!

Von Karl-Heinz Möller · 2015

Ruhe und Gelassenheit auf der Reise sorgen für entspannte Gespräche am Zielort.

Nicht alle Geschäftsreisen verlaufen wie geplant. Bei Schwierigkeiten helfen eine Portion Gelassenheit und sehr viel Flexibilität. Auf möglichen Komfort unterwegs sollte zugunsten des Ergebnisses freiwillig nicht verzichtet werden.

Unterwegs zu sein, bedeutet Abwechslung vom Büro- oder Werk­stattalltag und das Sammeln neuer Erfahrungen. Aber selbst bei routinierten Vertriebsmitarbeitern stellt sich selten Routine ein. Denn: Jede Geschäftsreise verläuft anders, ist man erst einmal unterwegs. Da ist die Autobahn gesperrt, der Dienstwagen streikt, das Flugzeug kann nicht landen, die Flughafencrew streikt, Abfertigung kann nicht stattfinden.Gut, wenn die meisten Eventualitäten in den Reiseplan eingearbeitet wurden. Mobile Geräte zeigen in solchen Momenten ihre Möglichkeiten. So reicht bei Hindernissen ein Blick auf die Unterlagen, und die wartenden Geschäftspartner werden informiert.

Orientierung in jeder Lage schafft den Vorteil

Ist das Ziel erreicht, sollte – je nach Strapazen und Dauer – eine schöpferische Pause eingelegt werden. Eventuell auf der Reise entstandene Belastungen können so abgebaut werden. Keine Frage: Schon der Weg zum Meeting kann eine Herausforderung sein. Mehr als die Hälfte der geschäftlich unterwegs befindlichen Menschen leiden Umfragen zu Folge unter Stress. Aus einer Studie des Deutschen Reiseverbandes e.V. „Chefsache Business Travel 2014“ beklagen sich 55 Prozent der reisenden Geschäftsführer, Fach- und Führungskräfte über den Stress auf Geschäftsreisen. Auf Platz eins der Stressoren stehen schlecht gewählte Unterkünfte. Zum Beispiel liegt das Hotel zu weit vom Flughafen oder vom Meeting entfernt. An zweiter Stelle rangiert die mangelnde Orientierung vor Ort, beispielsweise wenn ortsfremde Geschäftsreisende sich durch den Dschungel des öffentlichen Nahverkehrs kämpfen müssen. Ungünstige Anschlussverbindungen werden an Nummer drei genannt. Viele kennen das Vergnügen, mit dem Koffer durch den Bahnhof zu hechten, um dann am Ende nur noch die Rücklichter des Zuges zu sehen.Dabei sieht die Reiseplanung auf dem Papier perfekt aus. Aber welcher Planende kennt schon den aktuellen Zustand des öffentlichen Personen-Nahverkehrs (ÖPNV) am Zielort. In vielen Fällen lohnt es, vor dem Treffen mit den Gesprächspartnern diesbezüglich zu kommunizieren. Sie haben strategisch gut gewählte Standorte parat.

Perfekte Briefings und Kommunikation führen schneller zum Ziel

Entspannter Reisen ist eine Maxime, die den Erfolg einer Geschäftsreise positiv antizipiert. Kennt der Reisende sich vor Ort überhaupt nicht aus, schont eine Taxe Nerven und Zeit. Dies ist produktiver und die Gebühren für den Transport werden kompensiert. Eine Alternative zur Anfahrt mit dem Dienstwagen sind Mietwagen und Leihsysteme wie Drive Now, Flickster oder Greenwheel. Alle Fahrzeuge sollten mit einem Navigationsgerät ausgestattet sein.Plattform für Zugfahrten ist die Website der Deutschen Bahn beziehungsweise die entsprechende Handy-App. Manchmal ist die Nutzung des ÖPNV etwas trickreich und der Fahrgast gelangt nur auf Umwegen zum Ziel. So wird für Zugverbindungen in Italien bei Umsteigemanövern die Website der Österreichischen Bahn empfohlen. Sie enthält alle Züge und aktuellen Informationen zum Bahnverkehr in Österreich und in Italien.

Situative Entscheidungen können das Stressniveau senken

Fernreisen sind ein spezieller Fall des Unterwegsseins. In der Regel ist das Flugzeug das Transportmittel der Wahl. Holz- oder Businessklasse sind dabei nicht nur eine Frage des Etats. Wie relaxt muss jemand sein, um einen Terminmarathon erfolgreich zu absolvieren. Nach Ansicht von Vielfliegern sollte der Reisende versuchen, sich lang über die Sitze hinzulegen, falls es die Möglichkeit dazu gibt. Auch ein Upgrade auf die Business-Class kann gegebenenfalls die Chance steigern, entspannter am Ziel anzukommen.Viel Ärger bereiten sich nach Auskunft des DRV die Geschäftsreisenden selbst. Nach Untersuchungen des Verbandes sei für 35 Prozent ein leerer Handyakku ein zusätzlicher Stressfaktor. 18 Prozent hätten kein Bargeld in der Landeswährung dabei. 17 Prozent beklagten Orientierungsschwierigkeiten, weil sie die Schilder vor Ort nicht lesen könnten. 16 Prozent verpassten ihren Zielbahnhof und merkten es erst ein paar Stationen später. Von diesen Pannen abgesehen gebe es noch den Punkt der falschen Reisekostenplanung. 42 Prozent beklagen, lange Fahrten zu entlegenen, aber günstigeren Hotels in Kauf nehmen zu müssen, um Kosten zu sparen. Denn noch immer entscheide häufig der Preis über die Wahl der Unterkunft.