Digitales Lernen

Computer halten die Welt am Laufen

Von Daniela Hoffmann · 2020

Dass so viele Menschen relativ einfach zu Hause studieren, im Homeoffice arbeiten oder sich weiterbilden können, hat die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise deutlich abgemildert. Viele Unternehmen nutzen die Corona-Zeit, um ihre Mitarbeiter über E-Learning im Homeoffice weiterzubilden.

Person, die sich am Laptop eine Online-Vorlesung anguckt.
Für Schüler erhalten Computer einen ähnlichen Stellenwert wie Lehrbücher. Foto: iStock/ Ridofranz

Viele Unis fokussieren sich bereits seit einigen Jahren auf Onlinestudien und online stattfindende Kurse mit häufig sehr hohen Teilnehmerzahlen, um eine deutlich breitere Zielgruppe von Wissbegierigen weltweit zu erreichen. Per Video aufgezeichnete Vorlesungen, die Möglichkeit, per Chat Fragen zu stellen und Aufgaben, die digital eingereicht werden: Diese Mittel haben erheblich dazu beigetragen, dass die Hochschulen relativ gut vom Präsenz- zum Onlinelernen wechseln konnten. Universitäten unterscheiden zwischen synchronen und asynchronen Bereitstellungen der Lehrveranstaltungen. Bei Vorlesungen liegt der Schwerpunkt in der Präsentation von Inhalten. Die Manuskripte, Präsentationen und Handouts lassen sich als Video, Audio oder Textdatei einfach an die Studierenden verteilen. Für das Feedback gibt es Programme und Plattformen, die diese Unterrichtsform unterstützen. Mit Videokonferenzsystemen werden die synchron geführten Veranstaltungen realisiert. Hier sind die Funktionen, mit denen Studierende und Lehrkräfte arbeiten von den jeweils genutzten Tools abhängig.

Digitales Lernen: Lebensmittelpunkt Homeoffice

Im Schulbetrieb hingegen hat sich nun gerächt, dass die Digitalisierung in den letzten Jahren praktisch nicht vom Fleck kam. Von den im Februar 2019 bewilligten fünf Milliarden Euro des Digitalpakts waren ein Jahr später lediglich 20 Millionen Euro abgerufen worden. Es fehlen übergreifende Digitalkonzepte, die trotz Föderalismus nötig und wichtig sind, damit nicht jede einzelne Schule und Schulform das Rad selbst neu erfinden muss. Und auch die Schulung der Lehrkräfte für den digitalen Unterricht ist notwendig. Denn das Umdenken fällt vielen schwer, obwohl klar ist, dass Onlineunterricht kein Buch mit sieben Siegeln ist. Er würde in der aktuellen Situation viel zu einem sinnvollen Wechsel zwischen Präsenz- und Daheimzeiten für die Schüler beitragen, die voraussichtlich noch für eine längere Zeit notwendig ist. Und auch die Präsenz- und Homeoffice-Prämissen haben sich deutlich verändert. 

Jetzt sehen viele Unternehmen die Chance, ihre Mitarbeiter über E-Learning zu Hause zu erreichen und auf die Zeit nach Corona vorzubereiten. In Onlinekursen werden sie für die Zeit nach der Krise geschult. Das bedeutet auch Wissensvermittlung rund um Digitalisierung, elektronische Arbeitsprozesse und die neue Arbeitswelt. Die hat sich in Menschen aufgespalten, die ihrer Tätigkeit auch per Computer und Smartphone von zu Hause aus nachgehen können und denen, die vor Ort sein müssen. Hierzu zählen große Berufsgruppen, die täglich intensiv mit Menschen zusammen arbeiten – Verkäufer, Busfahrer, Mediziner und Pflegekräfte, Polizisten oder Industriearbeiter am Montageband – für sie wird das Homeoffice kein Thema sein. 

Viele Digitalisierungsbaustellen

Zu den Profiteuren der seit März verwandelten Arbeitswelt gehören vor allem IT-Anbieter von Lösungen für Videokonferenzen und Werkzeugen für die digitale Zusammenarbeit in Teams. Statt im Flur trinkt man heute seinen Kaffee vor einem Bildschirm, auf dem in vielen kleinen Kästchen die Kollegen zu sehen sind. Die Vorabergebnisse einer Fraunhofer-Studie zeigen, dass von rund 1.200 Befragten 79 Prozent der Frauen und 85 Prozent der Männer im Homeoffice zufrieden sind. Kritik entzündet sich vor allem an Verbindungsproblemen. Nachholpotenzial gibt es auch in den Behörden. Während der Lockdown-Phase konnten viele Sachbearbeiter Anträge oder Unterlagen nicht von zu Hause aus bearbeiten, wichtige Genehmigungen blieben liegen. Für die Digitalisierung des öffentlichen Sektors sind nun immerhin im Corona-Konjunkturprogramm einige Mittel eingeplant. So will die Regierung die Umsetzung des „Onlinezugangsgesetzes“ beschleunigen und mit drei Milliarden Euro vorantreiben.

Quellen:
https://library.educause.edu/topics/teaching-and-learning/massive-open-online-course-mooc
https://www.alumniportal-deutschland.org/en/study-continuing-education/study-training/moocs-let-you-attend-lectures-online/
https://www.mooc-list.com/

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