Konjunktur in den neuen Bundesländern

Die neuen Zugpferde

Von Jens Bartels · 2018

Zwei Männer tauschen sich über eine VR-Brille aus. Thema: Konjunktur in den neuen Bundesländern
In einigen ostdeutschen Zentren sind viele Jobs in modernen Arbeitsgebieten entstanden.

Wer auf der Deutschlandkarte nach wirtschaftlich erfolgreichen Gebieten sucht, blickt oft in den süddeutschen Raum. Dabei entwickeln sich auch in Ostdeutschland immer mehr Städte und Kommunen zu attraktiven Wirtschaftsstandorten. Gerade Unternehmen aus Zukunftsbranchen finden hier oft optimale Bedingungen.

In Diskussionen über die wirtschaftliche Entwicklung der neuen Bundesländer wird auch immer wieder die alte Prophezeiung der blühenden Landschaften eingestreut. Einige dieser vielzitierten Landschaften sind als Wirtschaftsstandorte mittlerweile auf einem sehr guten Weg. Dies belegt der Zukunftsatlas 2016, den das unabhängige Institut Prognos alle drei Jahre zu Entwicklung und Perspektiven aller 402 deutschen Städte und Landkreise vorlegt. Danach haben sich Lebensverhältnisse und Zukunftsaussichten in einigen Regionen Ostdeutschlands deutlich verbessert.

Konjunktur in den neuen Bundesländern: Lokomotive Leipzig

Einer der wirtschaftlich dynamischsten Standorte im Osten der Republik ist laut des aktuellen Rankings Leipzig. Die größte Stadt Sachsens holte im Vergleich zur letzten Erhebung um 81 Plätze auf. Leipzig punktet unter anderem durch die geografische Lage im Zentrum Europas, eine hochmoderne Infrastruktur oder die Vielzahl von Großinvestitionen internationaler Unternehmen. Experten verweisen mit Blick auf die hervorragende ökonomische Leistungsfähigkeit auch gerne auf die Bedeutung des Flughafens Leipzig/Halle. Von dem als internationales Logistikdrehkeuz bekannten zweitgrößten Frachtflughafen Deutschlands profitiert die gesamte Region inklusive der Händelstadt Halle (Saale). 

Bei Investoren beliebt

Internationale Aufmerksamkeit vieler Investoren ziehen auch einige weitere Städte im Osten der Republik auf sich. Dazu zählen Dresden, Chemnitz und Jena. Einige Dinge fallen besonders auf, wenn man die Erfolgsfaktoren der sächsischen Standorte unter die Lupe nimmt. So ist es dem Freistaat gelungen, in wenigen Jahrzehnten eine gut ausgestattete Wissenschafts- und Hochschullandschaft zu etablieren, in der die Welt von morgen entwickelt wird. In so einem Umfeld siedeln sich auch gerne Forschungs- und Entwicklungsabteilungen von Unternehmen aus Branchen wie der Biotechnologie, Mikroelektronik oder der Informations- und Kommunikationstechnik an. Sie erhöhen noch einmal die Innovationspotenziale und investieren oft Millionensummen in ihre Standorte in Ostdeutschland. Ein weiterer Erfolgsfaktor ist die Vielzahl von Gründern in der Region. 

Mehr Internationalität gefragt

Als attraktive ostdeutsche Wirtschaftsstandorte überzeugen ebenfalls schon länger Erfurt, Weimar und Potsdam. Erfurt glänzt durch seine hervorragenden infrastrukturellen Rahmenbedingungen, die Unesco-Stadt Weimar ist ein herausragender Dienstleistungsstandort mit der höchsten Architektendichte Deutschlands und Potsdam zieht unter anderem durch seine hohe Lebensqualität vor den Toren Berlins viele Menschen an.

Allerdings sind viele wichtige Standortbedingungen für die meisten Regionen im Osten weiterhin verbesserungswürdig. Auffällig ist unter anderem die fehlende Internationalität vieler ostdeutscher Städte und Regionen. Ein weiteres Problem: In strukturschwachen Gegenden kommt die Mehrzahl an jungen Menschen nach Ausbildung oder Studium nicht zurück in ihre Heimat. Sie fallen somit im sich verschärfenden Wettbewerb als Fachkräfte vor Ort und damit als wichtiger Standortfaktor aus.

Wussten Sie schon…

Internationale Investoren sehen laut einer Umfrage der Unternehmensberater von Ernst & Young Deutschland grundsätzlich auf einem guten Weg. Ihrer Einschätzung nach wird sich die Standortattraktivität in den kommenden Jahren weiter verbessern. 43 Prozent der befragten Manager rechnen für die kommenden drei Jahre mit einer Verbesserung der Attraktivität des Standortes Deutschland. Gerade einmal sechs Prozent gehen von einer Verschlechterung aus.

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