Sicherung der Zukunftsfähigkeit

The big Change

Von Michael Gneuss · 2021

Die Wirtschaft ist im Wandel: Digitalisierung, Klimaschutz, Pandemie, Fachkräftemangel, Rohstoffknappheit und globale Wettbewerbsverschiebungen fordern die Topmanager der Unternehmen massiv heraus. In diversen Bereichen müssen sie radikal umdenken und nach smarten Lösungen suchen, um ihr Geschäft zukunftsfähig zu machen. In solchen Zeiten gibt es große Gewinner, aber auch große Verlierer.

Zwei Männer die auf einem großen Display Daten analysieren.
Foto: iStock / SolStock

Als der frühere Chefredakteur des „Harper’s Magazine“, Frederick Lewis Allen, im Jahr 1952 sein Buch über die Transformation der USA in den Jahren 1900 bis 1950 veröffentlichte, wählte er den Titel „The Big Change“. Für Autoren, die im Jahr 2052 über die Entwicklungen der ersten fünf Dekaden dieses Jahrhunderts schreiben wollen, könnten diese Worte mindestens genauso gut passen. Allens Beschreibungen standen unter dem Eindruck von zwei Weltkriegen, einer gewaltigen wirtschaftlichen Depression und schwerwiegenden sozialen, politischen und ökonomischen Veränderungen. In diesem Jahrhundert erschütterten bereits zwei Ereignisse die Welt – 2009 die Finanzkrise und 2020 die Coronapandemie. Zudem hat die digitale Transformation enorme gesellschaftliche und wirtschaftliche Veränderungen mit sich gebracht, die längst noch nicht abgeschlossen sind. Auch werden Erderwärmung und Klimaschutz in den nächsten 30 Jahren immense Auswirkungen zeigen. Nicht zu vergessen sind auch der geopolitische Wandel mit einem unberechenbaren Systemwettbewerb zwischen China, Europa und den USA, eine zunehmende Migration und die Demografie-Probleme in einigen Industriestaaten, wie zum Beispiel Deutschland.

Resilienz ist das Topthema

In diesem Umfeld wird sich die neue Managergeneration bewähren müssen. Schon heute sind die Herausforderungen für Unternehmen immens. Dabei hat sich der Fokus seit der Pandemie für die Lenker der Konzerne und mittelständischen Firmen verschoben. Heute geht es nicht allein um die Erschließung neuer Märkte und Geschäftschancen sowie Kostensenkungen, sondern in starkem Maße auch um die Resilienz der Wertschöpfungsketten. Bestes Beispiel ist aktuell der Chipmangel, der unter anderem die Autoindustrie schwer trifft. In diesem Jahr werden aufgrund des Engpasses weltweit statt 90 Millionen nur 80 Millionen Fahrzeuge gebaut werden können. Der Mangel bei Vorprodukten und Rohstoffen bleibt nicht ohne Auswirkungen auf die Preise. So hat sich zum Beispiel Aluminium in kurzer Zeit um das Siebenfache verteuert. Solche Schocks an den Märkten zwingen Unternehmen, ihre Lieferketten neu zu gestalten. Statt Kostenminimierung und Just-in-time werden wieder Lager aufgebaut oder aufgestockt. Bis hinein in die Intralogistik werden neue Strategien und intelligente Lösungen benötigt. Engpässe in Lieferketten, die Lockdowns der Pandemie oder die Markteinbrüche im Zuge der Finanzkrise haben aber auch gezeigt, dass Unternehmen sich auf stärkere Volatilitäten einstellen müssen. Daraus folgen höhere Anforderungen im Kosten- und Liquiditätsmanagement – gerade im Mittelstand. Instrumente wie das Factoring geraten wieder stärker in den Fokus.

Kampf um Fachkräfte für die Sicherung der Zukunftsfähigkeit

Zum „Smart Business“ gehört heute auch ein modernes und effizientes Recruiting. Bundesweit werden 1,2 Millionen Arbeitskräfte gesucht. Für viele Mittelständler wird die Fähigkeit, neue Talente zu finden, zur Überlebensfrage. In Konzernen ist die Rekrutierung von IT-Kräften maßgeblich mitverantwortlich für das Tempo der digitalen Transformation. Schon heute können in Deutschland fast 100.000 IT-Stellen nicht besetzt werden. Bis zum Jahr 2030 wird diese Zahl Prognosen zufolge auf 1,1 Millionen hochschnellen. Doch sind nicht nur Ingenieure und Digitalexperten knapp. Ein Brennpunkt ist auch hier die Logistik, wie die Kraftfahrerkrise in England zeigt. Auch in Deutschland ist der Engpass im Transportgewerbe nicht zu übersehen. Umso wichtiger sind Optimierungen wie zum Beispiel bei der Tourenplanung. Mit smarten Lösungen werden die Management-Herausforderungen der kommenden Dekaden aber auch eine große Chance, wettbewerbsfähiger zu werden und neue Geschäftsfelder zu besetzen. Für Unternehmen, die die richtigen Antworten haben, kann „The big Change“ auch zum Vorteil werden.

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