Standort Schweiz

Das Land der Innovationen

Von Andrea von Gersdorff und Katharina Lehmann · 2018

Eine Person trägt eine rote Flüssigkeit per Pipette auf ein Glasplättchen auf. Thema: Standort Schweiz
Auch im Bereich Chemie und Pharma wird in der Schweiz viel geforscht.

Der Wirtschaftsstandort Schweiz genießt in der Welt großes Ansehen – vor allem dank der hohen Investitionen in Forschung und Entwicklung. Auch für deutsche Unternehmen ist die Schweiz aus vielen Gründen attraktiv.

Regelmäßig wartet die Schweiz mit Spitzenplätzen in internationalen Wirtschaftsrankings auf. So ist sie beispielsweise seit Jahren das innovativste Land der Welt. Schon zum siebten Mal belegte die Eidgenossenschaft 2017 den ersten Rang im Global Innovation Index, der von der Weltorganisation für geistiges Eigentum der Vereinten Nationen in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftshochschule Insead und dem SC Johnson College of Business erstellt wird. Auf den weiteren Plätzen folgen Schweden, die Niederlande und die USA. Gleichzeitig ist sie vom Weltwirtschaftsforum zum neunten Mal in Folge zur wettbewerbsstärksten Nation ernannt worden, vor den USA und Singapur. Und das, obwohl Industrieverbände regelmäßig über hohe Kosten, Fachkräftemangel, einen zu kleinen Binnenmarkt und wechselkursbedingte Preisnachteile auf dem Weltmarkt klagen. 

Standort Bayern: Ein starkes Fundament

Doch das scheint die Erfolge wenig zu beeinträchtigen. Denn den ersten Platz sowohl bei Innovationen als auch der Wettbewerbsfähigkeit verdankt die Eidgenossenschaft unter anderem ihrem starken Fundament im Gesundheits- und Ausbildungswesen, den anhaltend hohen Investitionen in den Bereichen Forschung und Entwicklung von staatlicher und privater Seite, der ausgeprägten Fähigkeit der Schweizer Wirtschaft, neue Technologien zu absorbieren, sowie einem insgesamt soliden wirtschaftlichen Umfeld. Eine besondere Rolle spielt dabei die enge Verzahnung von Wirtschaft und Forschung, durch die Forschungsergebnisse schnell wirtschaftlich nutzbar gemacht werden können. 

Deutsche Unternehmen schauen aufgrund dieser Spitzenplätze in puncto Expansion häufig zuerst auf die Schweiz. Auf den ersten Blick scheint dies vor allem an den Ähnlichkeiten in der Sprache, der Arbeitseinstellung und der geographischen Nähe zu liegen. Aber es gibt weitere, unternehmerisch gesehen, bedeutendere Gründe: Die Schweiz bürgt mit ihrer wirtschaftlichen und politischen Stabilität, einer beständigen Währung, einer soliden Kaufkraft der Bevölkerung und einer moderaten Steuerbelastung für eine hohe Investitionssicherheit. Durch bilaterale Freihandelsabkommen ist zudem ein freier Güter-, Dienstleistungs- und Personenverkehr garantiert.

Quelle: KOF, 2018

Unternehmerische Pluspunkte 

Gerade das föderalistische Steuersystem der Schweiz wirkt dabei auf ausländische Investoren anziehend. Steuern werden von Bund, Kantonen sowie Gemeinden individuell festgelegt und erhoben. Dieser Steuerwettbewerb führt zu einer im Vergleich zu anderen Ländern niedrigen Steuerlast für die Unternehmen. Es ist nicht verwunderlich, dass die steuerlich attraktivsten Schweizer Kantone sowohl hinsichtlich der Unternehmenssteuern als auch der Besteuerung von Einkommen zur internationalen Spitzengruppe zählen. Darüber hinaus unterstützen die Kantone Unternehmen zusätzlich beispielsweise bei der Suche nach Arbeitskräften oder Immobilien. 

Gleichzeitig ist der Schweizer Arbeitsmarkt durch ein liberales Arbeitsrecht, geringe Regulierungsdichte und eine außerordentliche soziale Stabilität geprägt. Statt zu streiken, werden mögliche Arbeitskonflikte in der Regel zwischen den Sozialpartnern gelöst. Die Fähigkeit der Sozialpartner, gesamtwirtschaftliche Probleme gemeinsam anzugehen, trägt somit einen Teil dazu bei, dass sich die Schweiz von allgemeinen Konjunktureinbrüchen schnell erholen kann und die wirtschaftliche Stabilität des Landes bestehen bleibt. 

In dieser Kultur des Miteinander arbeiten die Sozialpartner aber auch auf anderen Ebenen intensiv zusammen – wie beispielsweise in Fragen der ständigen Anpassung von Ausbildungen an die von den Unternehmen gewünschten Inhalte. Das hat zur Folge, dass sich in der Schweiz bestens ausgebildete Arbeitskräfte finden lassen, die über sehr gute Fremdsprachenkenntnisse und häufig auch über internationale Erfahrung verfügen und den Anforderungen der Unternehmen entsprechen. Zwar hat in der Schweiz der Wettbewerb um diese Kräfte in den letzten Jahren tatsächlich zugenommen, aber nicht zu vergessen ist, dass qualifizierte Fachkräfte aus dem Ausland wegen des hohen Lebensstandards gerne in die Schweiz gehen, wenn sie die Chance dazu bekommen.

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