Standort Bayern

Digitaler Glanz

Von Wolfgang Zügel · 2018

Bei der Digitalisierung und bei den zukunftsträchtigen Industrien hat der Freistaat mit seiner Metropole München in Oberbayern die Nase vorn. Das macht den Standort für weitere Ansiedlungen attraktiv. Doch Bayern darf sich nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen.

Eine bayrische Berglandschaft. Thema Standort Bayern

Wer nach dem Erfolgsrezept des Wirtschaftsstandortes Bayern fahndet, stößt schnell auf einen klangvollen Namen aus der deutschen Industrie: Siemens. Der Münchner Konzern hat beispielsweise mit Infineon und Epcos Sparten verselbstständigt, die nun auch erfolgreich vom Standort aus agieren. Das Unternehmen hat aber auch viele gute Manager und Fachkräfte hervorgebracht, die in der Region gegründet oder als Geschäftsführer von deutschen Töchtern ausländischer Gesellschaften die Standortentscheidung zugunsten der bayerischen Metropole beeinflusst haben. Auch in anderen bayerischen Städten wie Nürnberg, Ingolstadt oder Herzogenaurach sind große und bedeutende Unternehmen zu Hause. Sie wirken wie Lokomotiven, an denen sich viele andere Zulieferer und Dienstleister anhängen.

Erfolgreiche Ansiedlungspolitik

Allerdings sah es in Bayern nicht immer so rosig aus. In den Jahren nach dem Krieg war der einstige Agrarstaat ein sogenanntes „Nehmer-Land“, andere Bundesländern überwiesen beim Länderfinanzausgleich Geld nach
München. Mittlerweile gehört Bayern, neben Baden-Württemberg und Hessen, seit Jahren zu den wenigen „Geber-Ländern“. Erreicht wurde dies durch eine konsequente Industriepolitik des Freistaates. Die Industrie-Ikone Siemens verlegte seinen Hauptsitz einst vom abgeriegelten Berlin nach München, durch eine beharrliche Wirtschaftspolitik siedelte sich auch der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern Airbus in Bayern an. Heute steht der Freistaat blendend da. 

Doch Bayern will sich nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen. Die Industrie des Landes wird sich weiter auf einzelne Märkte spezialisieren. Laut einer Studie der Denkfabrik Prognos gehört der Maschinenbau nach wie vor zu den am stärksten wachsenden Wirtschaftsbereichen. Daneben sind Fahrzeugbau, Elektronik und Optik bedeutend. Bayern habe, wie es in der Studie heißt, „auf das richtig Pferd gesetzt“. 

Standort Bayern: Zukunftsfeld Industrie 4.0

„Grundsätzlich ist die Industrie in Bayern gut aufgestellt“, sagt der Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw), Bertram Brossardt. Für wichtig hält er die Digitalisierung und Industrie 4.0. Die Unternehmen würden zwar in Zukunft weiter klassische Produkte wie Autos und Maschinen herstellen, die digitale Vernetzung in der Produktion gewinne aber an Bedeutung. Dies gilt auch für den Wirtschaftsraum München und Oberbayern. „Der globale Wandel hin zur Industrie 4.0 bedeutet hohe Investitionen in neue Maschinen und Anlagen. Für die oberbayerische Industrie ist das Zusammenwachsen von IT, Automatisierung und Industrie eine große Chance, sich als weltweiter Marktführer von intelligenten Maschinen zu etablieren“, sagt Peter Driessen, Hauptgeschäftsführer der IHK München/Oberbayern.

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