Infrastruktur

Hauptsache global, Standort egal?

Von Karl-Heinz Möller · 2014

Was steckt hinter dem Wort Standort im ökonomischen Sinne? Ein Computer, eine Fabrik, eine Werkbank, eine Garage, ein Marktwagen, ein Schreibtisch, eine Scheune, ein Flugzeug? Und wie steht es um den Begriff Standort Deutschland?

Konzerne wie Allianz, Siemens, SAP, Volkswagen produzieren und entwickeln in einer globalisierten Welt überall. Der Siemensianer kann ein Brasilianer sein, der sapler ein Inder und der Allianzler ein Brite. Und das ist gut so. Eine weltweite Einbindung von Ressourcen in die Wertschöpfungskette ist hierzulande gewünscht. Stark verändert hat sich die Einstellung zur Umwelt als weiteren Produktionsfaktor. Auch wenn der beste Standort nach wie vor der ist, der die effizientesten Voraussetzungen bietet, erhalten nachhaltige Aspekte mehr Gewicht. Die weichen Standortfaktoren holen auf. Pragmatisch agieren Neugründer wie Internet-Startups. Untersuchungen ergaben, dass die meisten dot.com-Start-ups im Umfeld der großen Industriezentren Rhein-Ruhr, Frankfurt, Stuttgart und München loslegen. Die Nähe der Old Economy schafft Verbindungen. Dazu klumpen eine große Schar von Jungunternehmen in Berlin und Hamburg. Hohe Lebensqualität und ein gutes Klima wirken als Gründermagnet. Am liebsten ließen sich Existenzgründer in attraktiven Innenstadtlagen mit kurzen Wegen und einer aktiven Szene nieder. Argumente für den Standort D!

Umsätze der wichtigsten Industriebranchen in Deutschland. Quelle: VCI, 2013