Recruiting

Vermarktung in eigener Sache

Von Andrea von Gersdorff · 2017

Die Suche nach Personal ist für viele Arbeitgeber mühsam geworden: Vor allem mittelständischen Unternehmen macht der Fachkräftemangel zu schaffen. Gezieltes Employer-Branding schafft da Abhilfe.

Schon immer konkurrieren mittelständische Unternehmen mit Großunternehmen um Fach- und Führungskräfte. Doch heute herrscht Fachkräftemangel – Mittelständler finden schwer geeignetes Personal, weil sie über ihren Standort hinaus häufig nicht bekannt sind oder ihre Produkte alles andere als Lifestyle vermitteln. Auch wenn sich im Mittelstand genauso interessante und verantwortungsvolle Jobs finden lassen, zählen immer wieder die großen Automobilhersteller zu den beliebtesten Arbeitgebern, zumal das moderne oder sportliche Image der Autos von jungen Leuten auf das ganze Unternehmen übertragen wird. 

Interne und externe Wirkung 

Das will Employer-Branding auch für den Mittelstand erreichen. Im Kern lautet die Idee, dass der Arbeitgeber zur Marke wird. Statt ein Produkt oder eine Dienstleistung zu vermarkten, soll sich das Unternehmen selbst als attraktiver Arbeitgeber platzieren und von den Konkurrenten abheben. Dabei wirkt das Employer-Branding intern als auch extern und verfolgt zwei Ziele: Mitarbeitergewinnung und Mitarbeiterbindung. Das heißt, Talente und Bewerber sollen nicht nur für das Unternehmen gefunden, sondern auch langfristig gehalten werden. 

Eine entscheidende Rolle spielen die Sozialen Medien, in denen sich ein Unternehmen weltweit als moderner, aufgeschlossener Arbeitgeber darstellen und sein Image positiv beeinflussen kann. Es zählt jedoch nicht nur, was ein Unternehmen in den Sozialen Medien von sich vermittelt, sondern auch wie es bei den potentiellen Bewerbern ankommt und wie diese sich mit anderen austauschen. Dieser Austausch ist entscheidend, da ehemalige und neue Mitarbeiter oder auch Kandidaten im Bewerbungsprozess diskutieren, das Unternehmen als Arbeitgeber bewerten und im besten Fall weiterempfehlen. 

Langfristige Vorteile 

Das Thema der Arbeitgeber-Markenbildung wird vom Mittelstand häufig zurückgestellt. Das liegt an zu geringen Budgets und Kapazitäten sowie an falschen Vorstellungen. Dabei verbessert Employer-Branding nicht nur das Unternehmensimage deutlich. Es stärkt auch dauerhaft die Position im Wettbewerb um geeignete Fach- und Führungskräfte im In- und Ausland. Ferner wird die externe Kommunikation verbessert und die Rekrutierung von Bewerbern gestaltet sich effektiver, wodurch die Zahl von Falscheinstellungen sinkt. Nicht zuletzt finden sich neue Mitarbeiter schneller an ihrer Wirkungsstätte zurecht, da sie durch das Employer-Branding wissen, was sie
erwartet.

Hauptgründe für Arbeitgeberwechsel. Quelle: www.karrierefuehrer.de, 2015